Jahrestreffen des gewässerpädagogischen Netzwerkes - ein Rückblick

von Admin

Ein kurzer Tagungsbericht mit vielen weiterführenden Links von Kristin Eisele

 

Berlin im Fluss! - unter diesem Motto fand am 09.05.2017 das 6. Treffen des gewässerpädagogischen Netzwerks Berlin statt. Das freiwillige Netzwerk aus Engagierten verschiedenster Institutionen lädt jährlich Lehrkräfte, außerschulische Bildungsträger, Vereine und alle Interessierten und Involvierten dazu ein sich über Themen und Projekte rund um das Thema Wasser im Raum Berlin, zu informieren und auszutauschen. Die Organisator*innen stellten ein vielfältiges Programm auf die Beine, das sicherlich allen Vorlieben und Interessen gerecht wurde. Von der Einsicht in wissenschaftliche Erkenntnisse zur Flusshygiene über Mitmachtheater und Citizen Science bis hin zum Schutz wilder Flüsse gab es viel zu entdecken.

 

Foto: Aussicht vom Umweltbilundgszentrum der IGA 2017 (Foto: Eisele)

 

Bei Kaffee und Sonnenschein begrüßte Dr. Rafael Ziegler, der diesjährige Pate des Events, die Teilnehmenden im Umweltbildungszentrum auf dem Gelände der IGA im Namen des ehrenamtlichen Organisationsteams.

Als erster im Programm erklärte Wolfgang Seis vom Projekt Flussyhgiene des Kompetenzzentrum Wasser Berlin wie sich die Hygiene und Badewasserqualität der Spree in ihrem Verlauf ändert und wie das Abwassersystem von Berlin damit zusammenhängt. Was viele nicht wissen: bei Starkregen fließt das Abwasser aus der Berliner Kanalisation ungeklärt in die Spree. Über 20* im Jahr. Seis untersuchte daher die Quellen der Verschmutzung und entwickelt eine Prognosetool: wie lange dauert es nach so einem Verschmutzungsevent bis die Spree sich davon wieder erholt hat?

Im Anschluss stellte Jan Edler das visionäre Projekt Flussbad Berlin e.V. vor. Die Idee: Ein Pflanzenfilter im Spreekanal soll ein öffentliches Flussbad an der Museumsinsel in Berlin Mitte möglich machen! Ab dem 10. Juni 2017 wird eine Modellversion des Designs zu sehen sein. Die schwimmende Testplattform auf einem historischen Schiff wird die nächsten 2 Jahre der Öffentlichkeit zugänglich sein. Denn eines der großen Ziele der Initiatoren ist es Nachhaltigkeit durch Partizipation zu fördern.

Nach dieser ersten Vortrags-Runde ging es nach einer kurzen Pause in Kleingruppen weiter. Die Teilnehmenden hatten die Qual der Wahl zwischen verschiedensten Workshops, die vor allem Lehrkräften an Schulen, als Inspiration dienen können ihren Unterricht durch praktische und spielerische Aktionen zu erweitern und auch kritische Themen zu behandeln.

 

Impression von einem Workshop (Foto: Eisele)

Foto: Impression von einem Workshop (Foto: Eisele)

 

Das Grips Theater z.B. stellte einen Mitspielkrimi vor, der durch internationale Zusammenarbeit entstanden ist. Kinder entdecken so spielerisch globale Zusammenhänge von Wasserressourcen und Verbrauch. An anderer Stelle, nämlich draußen auf dem Forschungsfloss des Umweltbildungszentrums fanden Wasserqualitätsmessungen statt. Sie wurden angeleitet von Dr. Uwe Schneider vom Jugendforschungsschiff. Das schwimmende Labor für Bildungskonzepte hat dieses Jahr noch Plätze frei!

Außerdem wurde das Citizen Science Projekt Plastikpiraten vorgestellt. Es wurde gezeigt wie Schüler und Schülerinnen selbst wissenschaftlich arbeiten können, indem sie helfen Daten zu erheben. Die Methoden zum Messen von Mikroplastikpartikeln im Wasser wurden gleich vor Ort ausprobiert. Auch der Flussbad Berlin e.V. beteiligte sich mit einem Workshop bei dem gezeigt wurde wie mit einfachen Mitteln der natürliche Prozess der Wasserfiltration experimentell nachgestellt werden kann um z.B. die Verschmutzung der Spree auf ihrem Weg durch Berlin zu veranschaulichen.

Nach diesem lehrreichen Vormittag gab es eine kleine Mittagspause. Bei guter Verpflegung konnte man sich informieren und vernetzen (am Infoboard „Wasserbörse“) und eine bunte Mischung von ambitionierten Menschen auf sich wirken lassen.

 

Wasserbörse beim Treffen

Foto: Wasserbörse beim Jahrestreffen (Foto: Eisele)

 

Nach der Stärkung ging es weiter mit einem Impulsvortrag von Dr. Zietschmann von der TU Berlin, der zu anthropogenen Spurenstoffen im Wasser forscht. Er machte deutlich was für schwerwiegende Folgen organische Mikroverunreinigungen z.B. Medikamentenrückstände, für das ökologische Gleichgewicht unserer Gewässer haben können.

Darauf folgte ein anregender Vortrag von Dr. Ziegler, der in seiner Rolle als Beirat des Youth Network for River Action (YNRA) dessen Arbeit vorstellte. Das Netzwerk von engagierten Jugendlichen aus ganz Europa erarbeitet Umweltbildungsmodule zum Thema Wasser und hat dieses Jahr den Schwerpunkt auf "Wilde Flüsse" gelegt. Ziegler stellte die Module zur Ökologie, Ethik und Politik wilder Flüsse aus der "River Action Toolbox" vor. Das YNRA ist außerdem eng verbunden mit dem Big Jump, dem europäischen Flussbadetag. An diesem Aktionstag werden am 9. Juli 2017 europaweit wieder hunderte Menschen für den Gewässerschutz gemeinsam ins Wasser springen. Dieses Jahr springen sie, um besonders auf die Bedrohung wilder Flüsse in Europa aufmerksam zu machen!

 

Big Jump 2017

Foto: Einladung zum Big Jump 2017 (Foto: Eisele)

 

Nach diesen Impulsvorträgen ging es in die 2. Workshoprunde: Sandrina Felder vom Projekt Junge Wasserforscher aus München stellte das Konzept vor: Kinder und Jugendliche sollen lernen ihr eigenes Handeln und Konsumieren in einem globalen Zusammenhang zu sehen. Sie werden motiviert Handlungsoptionen und kreative Wege zu finden um auf den Verbrauch von sogenanntem modischen Wasser,auch virtuelles Wasser genannt, aufmerksam zu machen.

Einen ganz praktischen Ansatz zeigte derweil Dr. Karin Dong vom Ökowerk draußen: Wie baue ich klimafreundliche Forschungswerkzeuge? Kescher  aus Weidenruten zum Beispiel. Es gab noch viel weitere spannende Veranstaltungen, dass so manch eine*r sicher traurig war nicht alles gleichzeitig belegen zu können.

Aber nach einer gemeinsamen Abschlussrunde und der offiziellen Stabübergabe der Organisation an den Paten für das 7. Jahrestreffen 2018, Dr. Uwe Schneider vom Jugendforschungsschiff, gab es noch einmal die Gelegenheit eigene Projekte vorzustellen und Infos zu sammeln. Das Vernetzen geht also fröhlich weiter, auch über die Flaschenpost, den Newsletter des Netzwerk kann man „im Fluss“ bleiben (Das Newsletter kann über Harry Funk (Adresse wie im Flyer) bestellt werden. Außerdem ist eine Website des Netzwerks http://www.berlinimfluss.de/ in Arbeit.

 

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