River Action Camp

von Big-Jump-Team DE

River Action Camp

19. bis 23. Oktober 2014, Greifswald-Wieck

Was passiert, wenn ein Gruppe Jugendlicher aus fünf Ländern in Greifswald-Wieck Station macht, den Ryck und die Ostsee unter die Lupe nimmt und der Kreativität freien Lauf lässt? Eine klasse Aktion! Ihr wollt mehr wissen? Na gut, aber immer schön der Reihe nach...

1. Tag: Ankunft mit Hindernissen und Sonnenschein

Pünktlich zur Anreise der TeilnehmerInnen beschließt die Gewerkschaft Deutscher Lokführer zu streiken. Patrycja, Piotr und Pawel aus Polen, Julia aus Litauen, Patrik aus Estland und Albina, Anna, Regina und Dimitry aus Russland machen das Beste daraus und verbringen mit ihren beiden Betreuerinnen Hanna und Ludmila einen Tag in Berlin. Die Schülerinnen aus Frankreich trifft es härter: Sie müssen zuhause bleiben. Nur Julie ist zum Glück schon bei ihrer Schwester in Berlin und kann sich am Sonntag zusammen mit ihrer Lehrerin Valérie, den anderen SchülerInnen und der Künstlerin Kerstin einen Platz im einzigen Zug nach Greifswald sichern.

Von der Großstadt geht es also in die kleine Hansestadt im Nordosten Deutschlands. Und von hier aus mit dem Bus weiter in das Fischerdorf Wieck. Bei schönstem Sonnenschein bezieht die Gruppe die Zimmer im Majuwi, dem Maritimen Jugenddorf Wieck, wo schon der Kaffeetisch gedeckt ist. Nach einer Kurzvorstellung des Programms starten wir mit einer Kennenlernübung. Kerstin entführt uns in Kindheitserinnerungen: Wo beginnt unsere persönliche Geschichte mit dem Fluss oder mit dem Element Wasser? In der Partnerübung geht es nicht darum, sich gleich in ein Gespräch zu vertiefen, sondern einander zuzuhören und auch von dem zu erzählen, was das Zuhören ausgelöst hat.

So eingestimmt auf ein Camp, bei dem die TeilnehmerInnen sich einbringen und mitgestalten, geht es an den Abendbrotstisch. Anschließend vermittelt der Film „Flussversöhnung“ von Justus Lodemann einen ersten Eindruck dessen, was es mit kreativen Ideen für Gewässerschutz, der Wasserrahmenrichtlinie und dem Big Jump so auf sich hat. Manchen steckt die Zeitverschiebung – oder die kurze Nacht in Berlin!? – merklich in den Knochen, andere haben noch genug Kondition für ein paar Gesellschaftsspiele auf dem Zimmer, bevor auch sie in die Betten fallen.

Flussversöhnung

2. Tag: Wasserrahmenrichtlinie, Gewässerökologie, Nutzungskonflikte am Wasser und viele, viele Fachwörter

Das Majuwi liegt in Wieck, wo der Fluss Ryck in den Greifswalder Bodden mündet, genau zwischen der Flussmündung und dem Strandbad Eldena. Da kann man den Tag nicht im Seminarraum beginnen! Es geht raus ans Wasser, an den Strand. Und wir werden auch gleich aktiv: Das River Action Camp dreht sich um Gewässerschutz, das lässt sich mit einem Human Banner auf eindrucksvolle Weise zeigen:

Übrigens entstehen bei einem Human Banner nicht nur tolle Fotos von eurer Botschaft, es macht auch richtig gute Laune!

Die Gruppe gut gelaunt am Strand.

 

Anschließend wird es anstrengend: Beim Workshop zur Wasserrahmenrichtlinie jonglieren Jenny und Sabrina vom Big Jump Challenge Team mit Begriffen, die nicht einmal deutsche SchülerInnen auf Anhieb verstehen. In Teamarbeit knöpfen sich die Jugendlichen diese Begriffe darum ausführlich vor: Was sind eigentlich Flussauen, und was bedeutet Strukturvielfalt? Was heißt es, wenn ein Fluss für Fische durchgängig ist, und was ist zu tun, wenn er diese Durchgängigkeit vermissen lässt? Was ist Renaturierung, was ist ein naturnahes Gewässer? Und welche Vorteile hat es gegenünber einem begradigten Fluss, zum Beispiel bei Hochwasser? Nach diesen Fragen rauchen die Köpfe, und es tut gut, bei der Plakatgestaltung den Gewässerschutz wieder mit einer ordentlichen Portion Kreativität anzugehen.

Die Mittagspause wird vor Eifer fast vergessen, doch dann sind alle Plakate fertig. Gut so, denn die Sonne scheint entgegen aller Wettervorhersagen, und wir wollen uns den Ryck nun aus der Nähe ansehen. Beim Spaziergang auf dem Uferweg von Wieck nach Greifswald gibt es viel zu entdecken. Den Deich, der das Land vor Überflutung schützt, die Gräben und Rohre, die das Wasser von den Wiesen in den Ryck leiten, das befestigte Ufer – Zeichen einer Landschaft, in der der Mensch das Wasser „ausgesperrt“ hat. Und auch die Nutzungen dieser Landschaft werden sichtbar: Radfahren, Spazierengehen, Angeln und Segeln, aber auch das Wohnen am Wasser, die Landwirtschaft auf den Wiesen und Feldern am Fluss und die Berufsfischerei. Es wird deutlich, dass es ganz unterschiedliche Interessen gibt, was am Ryck möglich sein soll. Dabei sieht es zunächst noch gar nicht so deutlich danach aus, als ob die Natur mit ihren Bedürfnissen am Ryck zu kurz kommt: Die Vögel, das Schilf, die Sonne, die auf manchen Wiesen sogar Wasserpfützen glitzern lässt – eigentlich ist das doch hier die pure Natur, oder?

An einem Wehr, das der Durchgängigkeit des Rycks noch im Weg steht, treffen wir Dr. Christiane Fenske. Die Biologin mit Schwerpunkt Gewässerökologie drückt uns gleich Kescher in die Hand. Und tatsächlich sieht es erst einmal gut aus, was wir da aus dem Ryck fischen: Libellenlarven sind dabei, ein Zeichen für eine bessere Wasserqualität. Beim Spaziergang über den Deich erklärt uns Frau Fenske allerdings noch einmal ganz genau, was es auf sich hat mit der Entwässerung. Hier auf den Wiesen hinter dem Deich wird zwar extensiv gewirtschaftet – also wenige Kühe auf großer Fläche. Aber dadurch, dass das Wasser im Graben und vom Graben aus im Fluss landet, gibt es hier keine Sumpflandschaft mehr. Dabei ist diese nicht nur für Tiere wichtig, die im Schilf und zwischen Sumpfgräsern leben. Sümpfe haben auch eine Filterfunktion für das Wasser. Düngemittel und Pestizide gelangen über die Gräben in den Fluss. In einer Feuchtwiese würden sie dagegen aufgenommen und abgebaut werden. Und noch etwas ist spannend: Werden die Sümpfe entwässert, bildet sich kein Torf mehr. Und der vorhandene Torf im Boden zersetzt sich. Die trockengelegten Feuchtwiesen sacken dadurch über die Jahre ab. Manchmal soweit, dass sie irgendwann wieder feucht werden. Dann kann man sie doch eigentlich gleich feucht lassen, oder nicht?

Am Nachmittag wird klar, dass das nicht so einfach geht mit der Renaturierung von Feuchtwiesen und Sümpfen und Auen. Thomas Beil von der Succow Stiftung erzählt uns von seinen Erfahrungen aus der Greifswalder Agrarinitiative. Dort sprechen Landwirtschaftsbetriebe, die die Flächen der Stadt, der Succow-Stiftung und der Kirche gepachtet haben, gemeinsam mit den Eigentümern darüber, wie auf den Feldern und Weiden mehr für die Natur getan werden kann. Dabei gibt es ein wesentliches Problem: Was der Natur gut tut, bedeutet für die Landwirte mehr Arbeit, weniger Ertrag oder sogar meist beides. Mehr arbeiten, um am Ende weniger Geld zu verdienen, das klingt nicht so, als ob das viele Landwirtschaftsbetriebe freiwillig tun werden. Wer aber möchte für seine Salami das dreifache bezahlen, weil diese von Rindern oder Wasserbüffeln kommt, die auf einer Feuchtwiese weiden? Die Diskussion mit Thomas Beil und Stefanie Pfeiffer, die sich bei Bündnis90/Die Grünen politisch engagiert, sowie Christian Hildebrandt, der bei der Unteren Naturschutzbehörde Renaturierungsmaßnahmen umsetzt, zeigt: Wir müssen alle mit anfassen, wenn wir wirklich etwas verändern wollen. PolitikerInnen müssen merken, dass die BürgerInnen diese Veränderungen wollen, damit sie entsprechende Entscheidungen treffen. Uns muss klar sein, dass wir eine gesunde Natur nicht bekommen, wenn wir möglichst viel und möglichst billig einkaufen. Und Unternehmen wie die Landwirtschaft sollten nach Wegen suchen, um mit ihrer Wirtschaftsweise auch einer gesellschaftlichen Verantwortung gerecht zu werden. Puh, da haben wir alle ganz schön viel zu tun! Darum geht es jetzt erst einmal zum Ausruhen in eine Studentenkneipe und dann wieder zurück ins Majuwi – zusammen Spiele spielen ist einfach schöner als in der Kneipe sitzen!

3. Tag: Besuch beim Fischer und Aktionsplanung

Gestern war die Strandseite dran, heute geht es auf die Mole. Auf dem Weg dorthin erklettern wir noch den Informations- und Aussichtsturm zum Sperrwerk. Es wird gerade in Wieck gebaut, um bei einer Sturmflut Greifswald vor dem Wasser zu schützen. Das Sperrwerk zeigt, dass Flüsse auch heute noch manchmal zur Großbaustelle werden, obwohl laut Wasserrahmenrichtlinie Flüsse eigentlich renaturiert und nicht mehr künstlich verändert werden sollen. Technische Anlagen für den Hochwasserschutz stellen hier aber eine Ausnahme dar. NaturschützerInnen finden, dass das nicht immer so sein dürfte, weil es Alternativen gibt: Wiesen, die bei Hochwasser überspült werden, könnten das Wasser aufnehmen, bevor es in die Stadt läuft. Bei einer Sturmflut braucht man allerdings sehr viele Wiesen. Und da sind wir dann schon wieder bei dem Problem von gestern Abend. Jetzt wollen wir aber erst einmal gucken, ob wir von der Mole aus Rügen erkennen können. Ganz weit am Horizont der Schatten, das müsste Deutschlands größte Insel sein.

Blick von der Mole in Wieck

Auf dem Rückweg kommen wir an den Fischerhütten vorbei. Hier wartet Jan Henning auf uns, er lebt vom Fischfang. Mit seinem Kutter fährt er täglich aufs Meer und manchmal auch den Fluss rauf zum Fischen. Meistens ist er alleine, manchmal kommt ein Kumpel mit. Heute waren sie zu zweit, aber gefangen haben sie wenig. Man sieht den beiden die Enttäuschung an. Trotzdem zeigen sie uns die Fische: Ein paar Zander, eine Kiste Plötzen, die zumindest in Deutschland niemand haben will, und ein Hecht. Der schnappt noch, wird aber vor dem Schuppen und Ausnehmen mit einem Stich ins Herz erlöst. Jan erzählt uns währenddessen, wie schwer der Job des Fischers ist: Jede Nacht rausfahren und tagsüber schlafen, in der Heringssaison die ganze Woche durcharbeiten und viel Bürokratie – jeder Fisch muss dokumentiert werden, seit die EU genau regelt, wie viele Fische gefangen werden dürfen. Die Fangbeschränkungen sollen eigentlich helfen, die Fischerei langfristig zu sichern, aber Einmannbetriebe wie Jan treffen die Auflagen besonders hart. Dabei fangen die kleinen Küstenfischer im ganzen Jahr nicht so viel wie industrielle Fischfangflotten in einer Nacht. Dort werden die Fische gleich auf dem Schiff verarbeitet, riesige Netze fischen sie tonnenweise aus dem Meer. Wir gehen mit zwei Kisten Fisch zusammen mit Jan zur Waage, wo ein Mitarbeiter der Fischereigenossenschaft Wieck die Fische wiegt, genau aufschreibt und mitnimmt. Die Genossenschaft kauft den Fisch von ihren Fischern und verkauft ihn im Laden an die Kunden. Auch ein Restaurant gehört dazu. Was die Genossenschaft nicht direkt vermarktet, geht an den Großhandel. Der zahlt jedoch weniger. Unter diesen Bedingungen ist es kein Wunder, dass die Fischer Schwierigkeiten haben, Auszubildende für den Beruf zu begeistern. Selbst wenn es mal jemand versucht, ist es meist schnell vorbei mit der Motivation, und dann ist Jan nach ein paar Wochen wieder allein an Bord. Schade, denn ohne die kleinen Fischerboote und den frischen Fisch, der nicht gleich auf dem Fabrikschiff eingefroren wird, möchte man sich Wieck gar nicht vorstellen.

Nach den vielen Gesprächen, Exkursionen und Übungen wird es nun Zeit, sich einer ganz besonders wichtigen Frage zuzuwenden:

Was können wir tun? Wie können wir das Thema Gewässerschutz weiterverfolgen und dabei mitreden?

Sabrina und Kerstin haben ihre ganz eigenen Erfahrungen damit: Sabrina kennt als Koordinatorin der Big Jump Challenge, der Jugendkampagne zum Europäischen Flussbadetag, die Wirkung, die junge Menschen mit einer gemeinsamen Kampagne erzielen können. Viele Ideen und Instrumente gehen auf die symbolischen Aktionen Gandhis zurück, und aktuelle Beispiele zeigen: Eine positive Vorstellung davon, wie die Welt aussehen könnte, ist noch immer ein guter Anfang, um kreative und überzeugende Aktionen zu entwickeln. So kann auch ohne viel Geld oder politische Macht Aufmerksamkeit erzeugt werden, auch von Jugendlichen, die sonst in der Umweltpolitik nicht gefragt werden.

Kerstin lässt sich bei ihrer Arbeit als Künstlerin von einem erweiterten Kunstbegriff leiten, der gesellschaftliche Probleme künstlerisch sichbar machen und mögliche Lösungen aufzeigen will. So verstandene Kunst ist partizipativ, die Kunstwerke beziehen Menschen und ihren Lebensraum mit ein und setzen Veränderungsprozesse in Gang. Vorreiter dieses Kunstverständnisses war Joseph Beuys, der unter anderem mit der Skulptur 7000 Eichen auf der 7. Documenta 1982 in Kassel einen jahrelangen Prozess der „Wiederbewaldung“ der Stadt Kassel in Gang setzte.

Doch wie schreiten wir mit all dem gesammelten Wisssen und den beeindruckenden Beispielen nun selbst zur Tat? Vielleicht erst einmal durch die Entwicklung einer ganz eigenen Vision! Kerstin nimmt uns mit auf eine Phantasiereise in eine Flusslandschaft im Jahr 2027. Dann nämlich läuft die letzte Verlängerungsfrist der Wasserrahmenrichtlinie ab. Vor unserem inneren Auge entstehen Bilder, wie sich unsere Flusslandschaften dann präsentieren könnten. Manche sehen wilde Auenlandschaften, andere führt die Reise gar in das Universum. Zurück im Hier und Jetzt geht es an die Arbeit: Nun gilt es, Vorschläge zu entwickeln für eine Aktion. Sie soll am Mittwoch auf dem Marktplatz in Greifwald stattfinden und die eigenen Ideen an die Öffentlichkeit bringen, um zu schauen, welche Wirkung sie entfalten können.

Der Findungsprozess ist langwierig, das Brainstorming wirft mehr Fragen auf als Antworten. Und doch haben wir am Ende mehrere Vorschläge und einen klaren Sieger:

Wir werden weiter den Dialog suchen und unsere Kreativität einsetzen, um nun auch mit Anwohnern auf der Straße ins Gespräch zu kommen. Worüber? Über den Ryck und ein verbindendes Thema: Sümpfe. Denn die Wiedervernässung und Versumpfung von Wiesen am Ryck wird zwar in Greifswald kontrovers diskutiert, sie ist aber nicht nur lokal von Bedeutung. Die Filterfunktion dieser Feuchtgebiete ist ein entscheidender Schlüssel, um die Gifte und Düngemittel zu reduzieren, die sich mit sehr schädlichen Auswirkungen in der Ostsee sammeln. Die Frage, wie es Greifswalds BürgerInnen mit der Feuchtwiesenrenaturierung halten, ist somit eine berechtigte, auch wenn man aus Russland, Polen oder Estland kommt.

 

Fischessen

Mittlerweile ist es Abend geworden. Und obwohl wir jetzt eine Idee haben, mag noch niemand so richtig glauben, dass wir morgen wirklich etwas Großes auf die Beine stellen. Eigentlich wollten wir mit der Planung schon viel weiter sein. Auch Justus Lodemann, der extra angereist ist, um einen Dokumentationsworkshop anzuleiten, hat mit seinem Filmteam noch keinen Milimieter im Kasten. Und draußen fällt ein satter, kalter Regen. Zum Glück sitzen wir im Restaurant der Fischereigenossenschaft Wieck im Warmen. Beim Genuss der fangfrischen Flundern werden die Zusammenhänge noch einmal auf ganz andere Weise erlebbar: Dieser Fisch kommt von den Fischern, die wir am Morgen besucht haben - er kommt aus dem Meer, an dem wir leben und von dem wir leben, zumindest an diesem Abend. Und das sehr gut: Allen schmeckt es hervorragend. Am Ende ist die Stimmung so gut, dass sich die Jugendlichen trotz des Regens noch zu einer kulturellen Nachtwanderung aufmachen und sich von den dunklen Gassen im Fischerdorf Wieck und von der Ruine des Klosters Eldena in alte Zeiten entführen lassen.

Tag 4: Und...Action!

Es regnet noch immer, und die Delegation, die in einem Café in Wieck um ein wetterfestes Asyl für unsere Aktion ersuchen soll, steht schon in Regenjacken vorder Tür. Doch aus der Gruppe kommt das Kommando zurück: Wir gehen in die Stadt, komme, was wolle! Anna und Patrycja haben schon die Kameras in der Hand, und die Gruppe kommt langsam in Fahrt. Eine Mannschaft bastelt aus Flaschen und bunten Papierkugeln ein plastisches Balkendiagramm: Wer ist für, wer gegen die Renaturierung von Feuchtwiesen am Ryck? Ein anderes Team bastelt an den Fragen, mit denen auf die entscheidende Frage hingelenkt werden soll. Um anschaulich die Gründe für die Aktion erläutern zukönnen, gibt es auch eine Postergruppe. Sie bereitet eine Poster-Malaktion vor, die auch die Aufmerksamkeit der Passanten wecken soll. Auch ein Flugblatt entsteht, auf dem das Hintergrundwissen zu den Feuchtwiesen am Fluss und ihren Funktionen erläutert wird. Dafür klemmen sich einige an den Computer, andere ans Telefon, damit wirklich alle Fakten auf dem aktuellen Stand sind.

Es scheint auch eine Wettergruppe zu geben, denn es hört plötzlich auf zu regnen. Und es ist fast nicht zu glauben, aber wahr: Nach dem Mittagessen packen wir die Sachen, fahren in die Stadt und machen eine Aktion, als hätten wir drei Tage und nicht drei Stunden Zeit gehabt, diese vorzubereiten. Überzeugt euch selbst, denn auch das Filmteam hat ganze Arbeit geleistet:

Und...Action! from Justus Lodm on Vimeo.

Es war spannend zu sehen, wie viel wir in so kurzer Zeit gelernt und erreicht haben. Allein die Entscheidung, nicht einfach ene Botschaft zu platzieren, sondern auf die Menschen zuzugehen und das Gespräch zu suchen, und das in einer fremden Sprache, zeigt, wie sehr die Jugendlichen den Ansatz, kreativ und dialogorientiert an Umweltprobleme heranzugehen, verinnerlicht und weiterentwickelt haben. Die Reaktionen waren dann auch sehr überraschend: Zwar gab es viele Gegenstimmen gegen die Wiedervernässung, aber es wurde sehr positiv aufgenommen, dass die Jugendlichen die AnwohnerInnen nach ihrer Meinung gefragt haben. Und es gab fast niemanden, der am Ende eindeutig ein grünes oder rots Kügelchen in das Flaschendiagramm werfen wollte: Die Antworten waren viel vielschichtiger und differenzierter, auch ein Nein war immer an Voraussetzungen geknüpft.

 

Das zeigt, dass hier noch viel mehr Möglichkeiten für Dialog und Verständigung liegen, die in Zukunft genutzt werden sollten. Und auch wir waren uns am Ende einig: Die gemeinsame Arbeit im Team und über Ländergrenzen hinweg war eine wertvolle Erfahrung, an die wir anknüpfen wollen – warum nicht gleich bei der Big Jump Challenge?

Sabrina für das Big Jump Challenge Team

 

 

Unser Dank gilt

  • den TeilnehmerInnen Anna, Albina, Dimitry, Julia, Julie, Patrik, Patrycja, Piotr, Pawel und Regina und den Betreurinnen Hanna Palicka, Ludmila Stiglbrunner und Valérie Marchand für eine schöne Zeit mit tollen Ideen und guter Stimmung,
  • Kerstin Polzin von zwischenbericht für die aktionskünstlerische und Justus Lodemann für die filmische Unterstützung,
  • Jenny Piegsa für die Einführung in die Wasserrahmenrichlinie und die Unterstützung beim Human Banner, bei der Diskussionsrunde und dem ganzen Drumherum,
  • Thomas Beil für die Mitorganisation der Diskussionsrunde und die vielen Ideen und Tipps, Christian Hildebrandt für seine Auskünfte zur behördlichen Umsetzung von Maßnahmen bei der Diskussionsrunde und für die Informationen und Kontakte zu Feuchtwiesen am Ryck, und Stefanie Pfeiffer für die Eindrücke aus dem politischen Geschehen,
  • Dr. Christiane Fenske für die anschauliche Einführung in die Gewässerökologie am Ryck und Jan Henning für die ebenso anschaulichen Einblicke in die Wiecker Küstenfischerei,
  • Herrn Dr. Heilmann von der LFA für die Bereitschaft, an der Duiskussionsrunde teilzunehmen, was sich hoffentlich im Rahmen einer Fortführung des Dialogs am Ryck unter günstigeren Bedingungen auch noch einmal in die Tat umsetzen lässt,
  • Herrn Bendt für die telefonischen Ausküfte zu Feuchtwiesenrenaturierung am Ryck,
  • dem Goethe Institut mit seinem Projekt SOS Ostsee, in dessen Rahmen eine Unterstützung der Anreise der TeilnehmerInnen aus Rusland, Litauen, Estland und Polen möglich war,
  • dem sehr entgegenkommenden und freundlichen Majuwi-Team,
  • ganz besonders unseren Förderern, die das River ACtion Camp erst ermöglicht haben.

 

Für alle Leute, die russisch sprechen: schaut Euch diesen Artikel über das Fluss-Aktions-Camp an, geschrieben von unserem Mitglied Dimitry: http://nasha-molodezh.ru/zhitzdorovo/ecology/zashhita-prirodyi-obedinyaet-lyudey-so-vsego-mira.html

 

Abschlussfoto

 

Die Norddeutsche Stiftung für Umwelt und Entwicklung (NUE) unterstützte das River Action Camp mit Einnahmen aus der BINGO!-Umweltlotterie.

 

Das River Action Camp fand im Rahmen der Big Jump Challenge statt. Die Big Jump Challenge ist ein Bildungsinstrument für Social Innovation und Youth Empowerment im Rahmen des Projekts CRESSI. CRESSI (Creating Economic Space for Social innovation) wird im 7. Forschungsrahmenprogramm der Europäischen Union gefördert unter der Zuwendungsvereinbarung Nr. 613261.

Zurück

Einen Kommentar schreiben

Newsarchiv

Umweltminister springt für wilde Flüsse

Der europäische Flussbadetag 2017 an der Peene

Weiterlesen …

Tor zur Spree, Sprung für Europa

Der europäischee Flussbadetag 2017 in Berlin

Weiterlesen …

Jahrestreffen des gewässerpädagogischen Netzwerkes - ein Rückblick

Kristin Eisele berichtet vom Jahrestreffen in Berlin, Mai 2017.

Weiterlesen …

Berlin im Fluss

Jahrestreffen des gewässerpädagogischen Netzwerks am 9. Mai bei der IGA Berlin.

Weiterlesen …

Big Jump für wilde Flüsse!

Zum International Day of Actions for Rivers, 14. März 2017, hat das Youth Network for River Action seine River Action Toolbox überarbeitet.

Weiterlesen …

Berliner Big Jump zeigt Wirkung

Das YNRA-Interview mit Silke Gebel, umweltpolitische Sprecherin Fraktion Bündnis 90/Die Grünen im Abgeordnetenhaus von Berlin

 

Weiterlesen …

Quiet, tranquilo, beautiful, hermoso - ein etwas anderer Spree-Reiseführer

Mit dem Travel guide to a river lädt das internationale Youth Network for River Action zu einer anderen Reise an die Berliner Spree ein.

Weiterlesen …

Junge Georgier schützen Gewässer und die ganze Natur

Anlässlich des Big Jump 2016 trafen sich junge Gewässerschützer aus 18 Ländern zum Berliner River Camp.

Weiterlesen …

The spree is our (la-la-la-la)

60 Jugendliche aus 17 Ländern feiern Europäischen Flussbadetag in Berlin

Weiterlesen …

Ein Update von Guardians of Ecology!

Unsere georgischen Partner haben einen Blog über ihre Aktionen verfasst!

Weiterlesen …

Interview mit S.E. Jorge Jurado

Interview mit S.E. Jorge Jurado: Eine Wasservision aus Ecuador.

Weiterlesen …

Spreemüllfisch im Bundestag

Ein kurzer Big Jump Challenge Bericht vom 3. Jugendflussparlament Berlin.

Weiterlesen …

Big Jump Challenge 2015 Report

Kleine Akte konkreter Solidarität in Zeiten der europäischen Krise (auf Englisch).

Weiterlesen …

"We borrow water from future generations"

Die Teilnehmerin Mari Gigauri schreibt über ihre BJC-Sommererfahrungen auf dem Blog for the Intergenerational Foundation.

Weiterlesen …

Ein Jugendmanifest für unser Wasser

Brüssel, 13. Juli 2015. Unsere FlussbotschafterInnen haben ihr „Youth Manifesto for Water Protection 2015“ beim Europäischen Flussparlament vorgestellt (auf Englisch).

Weiterlesen …

Big Jump ins Plastik?

Über Mikroplastik in unserem Wasser und was wir dagegen tun können

Weiterlesen …

Moving Water Messengers

Checkt unseren neuen Videoclip aus Berlin!

Weiterlesen …

Big Jump Workshop bei der WASsERLEBEN Berlin

Zum Aufwärmen für den Berliner Big Jump diskutierten wir ein paar Fragen in kleinen Gruppen, z.B. welche TeilnehmerInnen sind schon in der Berlin Spree geschwommen?

Weiterlesen …

Wasserkraft aus holistischer Perspektive

Können frei fließende Flüsse unser Klima besser schützen als grüne Wasserkraft? Die Greifswalder Landschaftsökologin Lea-Victoria Kramkowski hat darüber gründlich nachgedacht.

http://bigjump.psd2cto.de/assets/images/c/Lea-Victoria%20Kramkowski-a89af3dc.jpg

Weiterlesen …

Weltwassertag 2015

 

Tu was für wilde Flüsse!

Weiterlesen …

Interview with Roberto Epple (auf Englisch)

still shot from Roberto Epple interviewNew interview with Roberto Epple, Big Jump inventor!

Weiterlesen …

Interview with Leonardo Mazza (auf Englisch)

Leonardo MazzaNew interview with Leonardo Mazza from the EEB!

Weiterlesen …

From Russia - with love (auf Englisch)

An update on the river art exchange initiated in October 2014.

Weiterlesen …

River Action Camp

Ein Rückblick auf fünf tolle Tage internationale River Action in Greifswald

Weiterlesen …

Interview mit Sabine Pemberneck

Neues Interview mit Sabine Pemberneck!

Weiterlesen …

Neue Poesie und das Ryck-Lebenselixier

Ein Resümee von »zwischenbericht« zur »Ryckeroberung« BigJump 2014

Weiterlesen …

Interview mit Maude Barlow

Flyer der Big Jump ChallengeNeues Interview mit Maude Barlow!

 

 

Weiterlesen …

Jetzt anmelden!

Münchener Big JumpDie Big Jump Challange, die Europäische Jugend- kampagne für Gewässerschutz, nimmt Anlauf zum Big Jump 2015

Weiterlesen …

Big Jump Challenge Flyer

Flyer der Big Jump ChallengeDen Flyer gibt es in drei Sprachen, hier könnt ihr ihn herunterladen und bestellen

Weiterlesen …

Film "Flussversöhnung"

Der Film "Flussversöhnung" ist jetzt auch mit englischsprachigen Untertiteln erhältlich!

Weiterlesen …

Why Europe should take a bath

Good Impact articleLest hier, was ein Philosoph über Europa, soziale Innovation und den Big Jump denkt!

Weiterlesen …