Berliner Big Jump zeigt Wirkung

von Admin

Das YNRA-Interview mit Silke Gebel (Mitglied des Abgeordnetenhaus und Fraktionsvorsitzende Bündnis 90/Die Grünen im Abgeordnetenhaus von Berlin)

Liebe Frau Gebel, im Sommer haben Sie mit uns den europäischen Flussbadetag in Berlin auf der Insel der Jugend gefeiert. Jetzt ist Ihre Partei, die Grünen, zusammen mit SPD und Links-Partei in der Regierung. Uns interessiert: bedeutet die neue Regierung auch einen politischen Sprung für die im Sommer vorgestellten Big Jump Forderungen? Dazu gleich unsere erste Frage: Als Big Jumper wünschen wir uns ein Flussbad im Spreekanal und weitere Flussbadeorte, wie an der Insel der Jugend, für das Baden in der Berliner Spree. Was wird aus diesem Spree-Traum unter rot-rot-grün?

Wir konnten im Koalitionsvertrag klar verankern, dass wir in den kommenden Jahren einen Sprung in Richtung Baden in der Spree machen wollen und werden. Das Projekt Flussbad Berlin wird von uns unterstützt und es wird daran gearbeitet auch weitere Badestellen, etwa an der Insel der Jugend, auszuweisen. Ihr seht, der Big Jump wirkt. :-)

Bild: Screenshot Koalitationsvereinbarung für Berlin 2016-2021: 

Gewässerschutz ist eine Mehrgenerationenaufgabe. Tatsächlich gibt es sogar ein gewässer-pädagogisches Netzwerk in Berlin - aber keine Stelle im Senat, die dieses Netzwerk unterstützt und systematisch die Bildungsaufgabe Gewässerschutz in Kita, Schule und Vereinen koordinieren könnte. Wir sich hier etwas tun?

Wir wollen die pädagogische Arbeit im Bereich der Umwelt- und Nachhaltigkeitsbildung ausweiten. Hierzu wird in jedem Bezirk ein Umweltbildungszentrum entstehen. Ein Fokus liegt hierbei darauf, Kindern und Jugendlichen Naturerfahrungsräume zu bieten. In diesem Zusammenhang wird auch die Bildung zum Gewässerschutz gestärkt.

Bei aller Schönheit von Spree-Athen haben wir während der Expertenvorträge beim River Camp auch gelernt, dass circa 20-30 Mal im Jahr bei Starkregen das Berliner Schmutzwasser ungeklärt aus der Berliner Kanalisation in die Spree schwappt. Danach sterben regelmäßige Fische, und Flussbadende sollten die Badehose lieber wegpacken. Hat sich die neue Regierung etwas vorgenommen, um diese wiederholte Verschmutzung der Spree zu verhindern?

Auch an diesem zentralen Problem des Gewässerschutzes werden wir arbeiten. Ich freue mich sehr, dass wir im Koalitionsvertrag klar vereinbart haben, dass es ein Förderprogramm für mehr grüne Dächer und ein Regenwasserkonzept in Berlin geben wird. Mit diesen Maßnahmen werden wir es schaffen, die Kanalisation zu entlasten, damit weniger ungeklärte Abwässer in die Spree gespült werden.

Zeitgleich zum Flussbadetag 2016 protestierten BerlinerInnen und BrandenburgerInnen mit einer Bootstour gegen klima- und wasserschädliche Bergbaupolitik. Das zeigt, dass - wie auch bei unseren den FlussbadetagteilnehmerInnen von der Scheldt -, dass, viele Flussprobleme über Ländergrenzen hinwegfließen. An der Scheldt gibt es deshalb ein Drei-Länder Jugendparlament. Wäre so etwas auch zwischen Berlin und Brandenburg vorstellbar? Und wer ist dafür in der Berliner Politik der richtige Ansprechpartner? 

In der Tat ist es so, dass Gewässerschutz oft ein länderübergreifendes Vorhaben sein muss. Hier in Berlin haben wir beispielsweise das Problem, dass durch den Braunkohletagebau in Brandenburg und Sachsen-Anhalt die Sulfatkonzentration in der Spree kontinuierlich steigt und unsere Trinkwasserversorgung dadurch bedroht ist. Ein Drei-Länder-Jugendparlament, welches solche länderübergreifende Probleme beim Gewässerschutz aufgreift und thematisiert, ist  eine tolle Idee. Mit dem Thema ist man bei den Umweltpolitiker*innen total richtig.

Im internationalen Blue City Index gehört Berlin zur Klasse der „ressourcen-effizienten und adaptiven“ Städte. Berlin hat jedoch noch nicht die höchste Kategorie des Index erreicht. Zu dieser gehören Städte, die weise mit ihrem Wasser umgehen (water-wise city). Berlin hat die Chance diese Spitzenposition zu erreichen und eine internationale Vorreiterrolle einzunehmen. Dazu gehört insbesondere ein Wasser-Management, das auf die Wünsche und Überlegungen der BürgerInnen eingeht und diese in die Planung aktiv miteinbezieht. Gibt es dazu Ideen in der neuen Regierung? Und was halten Sie von der Idee einer « Blue Community », die sich wie die Stadt Bern (http://www.bluecommunity.ch/) für das Menschenrecht auf Wasser und den gemeinsamen Einsatz für lebendige Flüsse in Europa und weltweit einsetzt, mithin weisen Umgang als auch internationale Aufgabe betrachtet?

Wir werden in Zukunft mehr darauf achten, dass die Zivilgesellschaft besser in die Planungen im Gewässerschutz mit einbezogen wird. Die Idee einer „Blue Community“, die auf einen nachhaltigen Umgang mit Wasser achtet und sich dafür einsetzt, dass Wasserversorgung und – nutzung in der öffentlichen Hand bleibt, finde ich persönlich super spannend.

Letzte Frage ist eine zum neuen Jahr: Was ist ihre Botschaft an das Youth Network for River Action für das Jahr 2017?

Ich möchte mich an dieser Stelle bei euch für eure tolle Arbeit bedanken. Macht weiter so! Reclaim the river, there‘s still a long way to go! Ich freue mich auf den nächsten Big Jump mit euch!

 

Wir danken Ihnen für das Gespräch.

 

Die Forderungen des Big Jump Berlin 2016 finden sich im „Travelguide to a River“, der ebenfalls zum Download auf dieser Seite zur Verfügung steht. Sie wurden vor dem Big Jump an alle Berliner Parteien geemailt. Die Parteien wurden auch zum Big Jump eingeladen.

 

 

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