Practical water protection - Big Jump Challenge - Toolbox

Practical water protection

Was ist eigentlich konkret zu tun an unserem Fluss, Bach oder See? Welche Maßnahmen helfen, die Wasserqualität oder die Vielfalt der Lebensräume an unserem Gewässer zu verbessern? Und wo können wir dabei selbst aktiv werden?

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WARUM MÜSSEN WIR AN UNSEREN FLÜSSEN, BÄCHEN UND SEEN ETWAS TUN?

Die meisten unserer Gewässer sind sehr stark verändert worden: Die Flüsse wurden begradigt und ihre Ufer befestigt. Es gibt Wehre, die den Wasserstand regulieren, Buhnen, die die Strömung lenken und das Ufer vor Abtragung schützen sollen, und Deiche, die bei Hochwasser den Fluss in seinem Bett halten. Selbst an kleinen Gewässern lässt sich der Einfluss des Menschen ablesen: Gräben wurden künstlich angelegt, um  das Wasser aus feuchten Wiesen abzuleiten. Bäche fließen in einem festen Bett oder gar unterirdisch in einem Rohr. Manche kleine Teiche und Moore wurden einfach zugeschüttet. Oft fehlen an unseren Gewässern auch Büsche und Bäume, die normalerweise an ihren Ufern wachsen würden. Sie wurden abgeholzt, weil man sonst mit Maschinen nicht mehr an das Gewässer fahren und z. B. umgefallene Bäume und große Äste entfernen oder das Gewässer ausbaggern kann. Heute sieht man diese Veränderungen nicht mehr nur positiv: Es wurde zuviel verändert und zerstört.

WARUM LASSEN WIR DIE GEWÄSSER DANN NICHT EINFACH IN RUHE?

Würde man unsere Gewässer einfach in Ruhe lassen, würde sich die Natur die Flusslandschaften zurückerobern. Das klingt erst einmal toll, ist jedoch nicht ganz unproblematisch. Einerseits kann das manchmal sehr schnell gehen, aber auch große Schäden hervorrufen. Zum Beispiel, wenn ins Wasser gestürzte Baumstämme und Äste nicht entfernt werden und sich beim nächsten Hochwasser an einer Brücke verfangen. Das kann zu einem Stau und einer schlimmen Flutkatastrophe führen oder die Brücke stark beschädigen, vielleicht sogar wegreißen. Andererseits würde es der Natur wohl erst in vielen, vielen Jahren gelingen, Deiche und Flutschutzmauern abzutragen, ein altes Wehr wegzuspülen oder ein Rohr zu zersetzen, damit der Bach irgendwann wieder oberirdisch fließt. Werden solche künstlichen Anlagen heute nicht mehr gebraucht, ist es besser, wenn Menschen sie sofort entfernen. Man kann auch dort, wo Baumstämme im Wasser nicht stören, diese Baustämme befestigen. So kann der Mensch helfen, dass die Renaturierung schneller geht, zugleich aber nicht so viele Schäden anrichtet. Ein bisschen mehr Raum muss der Mensch den Flüssen dafür aber geben.

MÜSSEN DA NICHT FACHLEUTE RAN?

Gewässer dürfen nicht einfach so verändert werden, und selbst wenn man eine Genehmigung hat,  sind oft Fachwissen und und spezielle Technik erforderlich, um wirklich etwas Gutes zu bewirken. Es gibt aber ein paar Dinge, die jede/r von uns tun kann. Und auch die Profis haben oft Bedarf nach helfenden Händen, die bei der Umsetzung von Gewässerschutzmaßnahmen mit anfassen. Unten findet ihr Tipps, wie ihr eine eigenene Aktion planen könnt, und wo ihr erfahrt, wer eure Hilfe gebrauchen könnte.

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Der Einsatz am Gewässer ist immer eine tolle Erfahrung, denn man sieht, was man geleistet hat. Trotzdem bedarf eine Naturschutzaktion einer guten Planung. Einfach loslegen und Gewässer umbauen, das ist weder erlaubt, noch kommt immer etwas Gutes dabei heraus. Hier findet ihr darum Vorschläge für Aktionen, von denen eurer Gewässer wirklich einen Nutzen hat.

Session I: Clean-up

Am wenigsten auf die Unterstützung von Fachleuten angewiesen seid ihr, wenn ihr erst einmal das Offensichtlichste tut und das entfernt, was am Gewässer wirklich nichts zu suchen hat: Müll. Hier findet ihr eine Anleitung, was dabei zu beachten ist, wie man daraus eine kleine Müll-Forschungsarbeit machen kann und welche Ideen entstehen, wenn man erst einmal gemerkt hat, wie viel Müll in der Natur so herumliegt - da kann man dann auch richtig kreativ werden!

Session II: Renaturierung

Fließgewässerrenaturierung bedeutet, ein künstlich verändertes Gewässer wieder ein bisschen wilder und natürlicher zu machen. Hier ist tatsächlich Fachwissen gefragt. Trotzdem könnt ihr helfen, denn auch die ExpertInnen haben oft viel Handarbeit zu erledigen, und das Geld ist im Naturschutz immer knapp. Über einen freiwilligen Einsatztrupp wird man sich deshalb in der Regel sehr freuen!

Und so könnte es klappen:

1) Fragt bei eurer Behörde oder bei einem Naturschutzverein, der vor Ort im Gewässerschutz aktiv ist, wo Hilfe gebraucht wird. Wenn ihr nicht wisst, welche Vereine das sind, fragt bei den nationalen Partnerorganisationen der Big Jump Challenge, die können euch sicher helfen.

2) Macht einen Termin aus und informiert euch genau, was ihr mitbringen und wie ihr euch vorbereiten sollt.
 Das kann je nach Aktion ganz unterschiedlich sein.

Mögliche Aufgaben bei Renaturierungsmaßnahmen sind:

  • standortfremde Pflanzen entfernen

So genannte Neophyten sind Pflanzen, die eigentlich nicht hierher gehören. Manchmal sind sie schädlich für das Bachufer oder verdrängen heimischen Arten, die Insekten als Nahrung  brauchen, weil sie die Neuankömmlinge nicht mögen oder nicht vertragen. Hierzu braucht ihr Handschuhe und ein gutes Auge, und im Vorfeld ein wenig Pflanzenkunde, damit ihr nicht die falschen Pflanzen jätet. Außerdem ist Zeckenschutz ganz hilfreich, wenn ihr in hohem Gras und Gebüsch unterwegs seid.

  • Bäume und Sträucher pflanzen

Schutzstreifen am Ufer bieten Deckung, Nahrung und Nistmöglichkeiten. Viele Gewässerufer sind jedoch frei von Sträuchern und Bäumen, damit keine Äste ins Wasser fallen oder damit der Bagger bis an das Gewässer fahren kann, um es auszubaggern oder Totholz zu entfernen. Teilweise wird das inzwischen wieder rückgängig gemacht. Und damit Tiere, die Unterschlupf suchen, nicht so lange warten müssen, bis sich Sträucher und Bäume aussähen und wachsen, kann man hier ein wenig nachhelfen. Handschuhe sind dabei ebenso wichtig wie festes Schuhwerk und ein guter Spaten.

  • Steine und Totholz setzen

Wenn Hindernisse im Wasser liegen, passiert sofort ganz viel: Es entstehen Verwirbelungen und ruhige Zonen, in denen das Wasser langsamer fließt. Kleine Steinchen und Sand bleiben hängen und bilden kleine Sandbänke. Tiere können an den Steinen und Hölzern aus dem Wasser klettern oder darauf sitzen, um am Waser zu trinken. Viele kleine Tiere nutzen Steine auch, um sich darunter zu verstecken. Wenn ihr helfen könnt, solche "Wasserbauarbeiten" zu errichten, solltet ihr Gummistiefel oder eine Wathose mitnehmen.

 

  • noch mehr Inspiration

Was eine Schulklasse an ihrem Bach für Aktionen machen kann, erfahrt ihr aus unserem Interview mit der Lehrerin und Big Jump Challenge Teilnehmerin Sabine Pemberneck. Dort findet ihr viele praktische Hinweise und Ermutigung, was man mit etwas Einsatz alles erreichen kann!

Die Big Jump Challenge TeilnehmerInnen der AG Mühlenriede (Gymnasium Fallersleben) schauen nach, was sich nach den Renaturierungsmaßnahmen am Bach so tut: Da ist viel Leben unter den Steinen! Foto: Sabine Pemberneck

 

 

Collaborate!

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Ihr habt eine besondere Naturschutzaktion durchgeführt und könnt dafür einene Planungsleitfaden erstellen? Oder ihr habt eine Anleitung für eine besonders tolle Upcycling-Idee, z. B. eine Bauanleitung oder ein Schnittmuster? Dann her damit! Wir veröffentlichen gute Ideen in der Toolbox, damit andere Teams sie nachmachen können, und ihr erhöht euren Collaboration Score!

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Schickt Fotos und/oder einen Bericht von eurer Aktion an das Big Jump Challenge-Team, sodass eure Ergebnisse auf der Website veröffentlicht werden können. Wenn ihr rechtzeitig Bescheid sagt, kommt vielleicht auch emand von der Zeitung vorbei und dokumentiert euren Einsatz. Dann schickt uns unbedingt auch den Zeitungsartikel! Am besten fragt ihr gleich, ob ihr den im Internet zeigen dürft.

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Wohin fließen unsere Flüsse? Genau: Müll ist nicht nur ein Problem für unsere Flüsse und Seen, es ist auch ein Riesenproblem für das Meer. Schaut euch den preisgekrönten Film „Plastik –der Fluch der Meere an“: https://www.youtube.com/watch?v=8X9q8XkXupw

 

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Schaut mal wieder vorbei, wir aktualisieren die Toolbox regelmäßig mit neuen Ideen!

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